Grußwort des Landrats

Cay Süberkrüb
Landrat des Kreis Recklinghausen

„Nie wieder“ ist die wichtigste Lehre aus dem Holocaust oder aus der Shoa, wie es im Hebräischen heißt. Eine dunkle Zeit, in der besonders Menschen jüdischen Glaubens auf Grund ihrer Religion oder ethnischen Zugehörigkeit systematisch verfolgt und ermordet wurden. Der Schritt von der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung bis hin zur gezielten „Vernichtung“ kam über Nacht mit der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938.

Heute, 80 Jahre später, fragen sich vor allem die jüngeren Generationen: „Was geht mich das an?“ Junge Menschen kennen den Holocaust nur noch aus Geschichtsbüchern. Wir leben hier in Europa seit 70 Jahren in Frieden. Hinzu kommt, dass die lebendigen Erinnerungen an den Holocaust mit den Zeitzeugen aussterben: Die heute heranwachsende Generation hat in der eigenen Familie meist keine Berührungspunkte mehr.

Umso wichtiger ist es, aktiv gegen das Vergessen vorzugehen. Der Antisemitismus ist mit dem Kriegsende nicht aus Deutschland verschwunden: Ende letzten Jahres erschütterten Bilder von brennenden Davidsternen vorm Brandenburger-Tor in Berlin. Im Jahr 2017 gab es in Deutschland 1453 antisemitische Straftaten. Mit der AfD ist seit 1945 erstmals wieder eine rechte Partei im Deutschen Bundestag – und das als drittstärkste Fraktion. Es scheint leider viele Menschen zu geben, die nicht aus der Geschichte gelernt oder sie schlichtweg vergessen haben. Genau darum ist es notwendig, dass wir uns auch heute mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

Einen wichtigen Beitrag dazu leistet der Verein “JOE e.V. – Jugend in Oer-Erkenschwick e.V.” mit seinen Aktionswochen „Jugend im Holocaust“. Mit den unterschiedlichen Veranstaltungen schafft der Verein behutsam Zugänge für junge Menschen zu einem schmerzlichen Thema. Lesungen, Filmvorführungen, Gesprächsabende und ein Gedenkstättenbesuch regen zum Nachdenken an und sensibilisieren für die Gefahren von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.

Für dieses Engagement verdient das JOE-Team großen Respekt und Anerkennung!

Für die Organisation und Umsetzung der Aktionswochen „Jugend im Holocaust“ möchte ich JOE e.V. sowie allen, die sich für die gute Sache engagieren, von Herzen danken. Ich wünsche allen gelungene Veranstaltungen mit zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Ihr
Cay Süberkrüb
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